Die drei großen Clouds lösen dasselbe Problem —eine wiederverwendbare Vorlage, um identische Maschinen zu starten— mit eigenen Ansätzen und eigener Namensgebung. Die Entsprechungen zu kennen ist der erste Schritt zu einer reibungslosen Multicloud-Strategie.
In AWS heißt sie AMI (Amazon Machine Image); in Azure Managed Image und vor allem Azure Compute Gallery (früher Shared Image Gallery); in Google Cloud Custom Image. Alle kapseln eine vorkonfigurierte Startfestplatte, unterscheiden sich aber darin, wie sie versioniert, geteilt und verteilt werden.
Entsprechungen auf einen Blick
| Konzept | AWS | Azure | Google Cloud |
|---|---|---|---|
| Maschinen-Image | AMI | Managed Image | Custom Image |
| Katalog oder Galerie | Nativ keiner: Tags und SSM | Azure Compute Gallery | Image Family |
| Verwaltete Versionierung | Manuell, über Name und Tags | Nativ in der Gallery | Image Family: neueste je Familie |
| Regionsübergreifende Verteilung | AMI-Kopie | Repliken in der Gallery | Standardmäßig globale Images |
| Zugrunde liegender Speicher | EBS-Snapshots | Managed Disks | Persistent Disk |
| Verschlüsselung | KMS | Plattform- oder Kundenschlüssel | Von Google verwaltet oder CMEK |
Funktionale Entsprechungen der Maschinen-Images in den drei großen Clouds.
AWS AMI: der De-facto-Standard
Das AMI ist vermutlich das bekannteste Image-Format mit dem größten Ökosystem. Seine Stärke ist Reife: riesiger Katalog, Integration mit EC2 Image Builder, Marketplace und eine immense Community. Historische Schwäche ist das Fehlen einer nativen Image-Galerie mit verwalteter Versionierung: Versionierung und regionsübergreifende Verteilung löst man über Namenskonventionen, Tags, SSM Parameter Store und explizite Kopien zwischen Regionen.
Azure Compute Gallery: Versionierung und Repliken ab Werk
Azure setzt stark auf Image-Governance. Die Compute Gallery bietet nativ Image-Definitionen, Versionen und automatische Repliken in mehrere Regionen, dazu granulare Zugriffssteuerung. Für große Organisationen, die Images geordnet nach Teams und Regionen verteilen müssen, ist das ein sehr bequemes Modell. Der Preis ist eine etwas steilere Begriffskurve.
GCP Custom Image: globale Einfachheit
Google Cloud punktet mit Schlichtheit. Die Images sind standardmäßig global —Sie müssen sie nicht Region für Region kopieren— und das Konzept Image Family löst die Versionierung elegant: Sie zeigen auf die Familie und erhalten stets das neueste, nicht abgekündigte Image. Ein minimalistisches Modell, das Reibung reduziert und besonders für Teams attraktiv ist, die operative Einfachheit schätzen.
Die Multicloud-Strategie: eine Vorlage, drei Images
Wer in mehreren Clouds veröffentlicht oder ausrollt, für den sind drei getrennte Build-Prozesse eine Qual. Die Antwort der Branche heißt Packer: eine einzige Vorlage mit gemeinsamen Provisionern und einem Source-Block je Cloud, die AMI, Managed Image und Custom Image parallel aus derselben Definition erzeugt.
- Wiederverwenden Sie dieselben Installations- und Hardening-Skripte in allen drei Clouds.
- Reduzieren Sie die Drift zwischen Umgebungen: dieselbe Konfiguration, drei Ziele.
- Versionieren Sie kohärent mit einem gemeinsamen Namens- und Metadatenschema.
- Automatisieren Sie die Veröffentlichung in jeder Galerie: Gallery, Image Family, Tags und SSM.
Welche soll es sein?
Einen absoluten Sieger gibt es nicht; es hängt vom Kontext ab. Wer Ökosystem und Reife sucht: AWS. Wer Enterprise-Image-Governance mit nativer Versionierung und Repliken braucht: Azures Compute Gallery glänzt. Wer Einfachheit und globale Reichweite ohne Kopien schätzt: GCP. Und wer in mehreren Clouds lebt, für den ist die Antwort keine Plattform, sondern eine Praxis: Beschreiben Sie Ihre Images als Code und bauen Sie sie portabel.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich ein AWS-AMI direkt nach Azure oder GCP verschieben?
Nicht direkt: Formate und zugrunde liegende Speicher unterscheiden sich. Üblich ist, das Image in jeder Cloud aus einer gemeinsamen Vorlage neu zu bauen, etwa mit Packer, oder die Festplatte über die Importprozesse des jeweiligen Anbieters zu importieren.
Welche Cloud hat die beste Image-Versionierung?
Azure Compute Gallery bietet ab Werk die vollständigste verwaltete Versionierung; GCP löst es elegant mit Image Families; AWS erfordert mehr eigene Konventionen, ist dafür sehr flexibel.
Lohnt sich eine Multicloud-Image-Strategie?
Wenn Sie wegen Datensouveränität, Resilienz oder zur Vermeidung von Anbieterbindung in mehreren Clouds arbeiten: ja. Entscheidend ist, Images als Code zu nutzen, damit sich der Wartungsaufwand nicht vervielfacht.
Bei imaxe.cloud denken wir Portabilität von Anfang an mit, damit Ihre Deployments nicht von einer einzigen Cloud abhängen.



